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Das persönliche Rewind eines Redakteurs

youtube-rewind-2013
Geschrieben von Oliver Baumann

So, das Jahr 2016 ist zu ende und nachdem das YouTube Rewind im frühen Dezember erschien, lässt nun ein Redakteur das Jahr 2016 Review passieren.

Im Vergleich zur Videoplattform ist dieser arme, kleine Redakteur vielleicht etwas spät dran (mal schauen ob die Mitleidsnummer Sympathiepunkte kriegt), dafür konnte aber noch das eine oder andere mit berücksichtigt werden.

Und noch als Warnhinweis: Dies hier ist wirklich ein individueller Rückblick. Sprich: Hier werden die Meinung und Ansichten eines einzelnen Wiedergegeben und repräsentieren nicht die allgemeine Meinung von lets-plays.de wieder. Es ist nicht einmal der Inhalt auf irgendeine Art und Weise kommuniziert worden. Das ist dieses Mal im Vergleich zum letzten Jahr sogar wichtig zu erwähnen, da das Jahr 2016 in Hinblick der YouTube-Community nicht gerade so toll war.

Wobei man sagen muss, dass ich vor allem aus dem englischsprachigen Raum konsumiere. Daher dürfte ich das meiste an deutschen Inhalten schlicht und einfach nicht kennen.
Wie heißt es so schön:“Geld regiert die Welt!“. Und mit Internetdrama scheinte man letztes Jahr besonders viel Geld machen können. Egal ob FouseyTube, LeafyIsHere, KeemStar oder wie sie alle heißen. Niemand blieb davon verschont und es wurde egal ob groß oder klein von allen Seiten Öl ins Feuer gegossen. Was 2016 abging ist ein derartig krasser Seuchenpool, dass ich nicht anders kann als zumindest zu versuchen das ganze Thema zu umschiffen.

2016 hat PewDiePie 50 Millionen Abonnenten geknackt und dafür sogar eine individuelle Trophäe von YouTube erhalten.

2016 hat PewDiePie 50 Millionen Abonnenten geknackt und dafür sogar eine individuelle Trophäe von YouTube erhalten.

„Pokémon Go“-Kid, #NoChin, und „Are 20$ enough?“ könnten ja wohl dem einen oder anderen was sagen. Oder soll man wirklich diskutieren, dass Adam Saleh aus einem Flieger von Delta Airlines rausgeschmissen wurde, nur weil er angeblich (und widerlegt) arabisch gesprochen hat? Das alles ist nur die Spitze des Eisberges von dem was letztes Jahr so abging.
Um positiv abzuschließen vielleicht noch das eine oder andere. Vor relativ kurzer Zeit begann auf YouTube ein Trend mit den „1000° Knives vs. …“-Videos. Harmloser Spaß für Jung und Alt, was dann doch irgendwie interessant anzuschauen ist.

Und dann gibt es da noch eine Sache, die MUSS ich erwähnen. Ich muss zugeben, dass mir das auch irgendwie Zwiebeln vor die Augen gestellt hat. Wem sagt We are Number One etwas? Eine rhetorische Frage und die meisten dürften wohl schon wissen worauf ich hinaus will. Dieses Meme hat einem Menschen geholfen und vielleicht sogar das Leben gerettet. Der isländische Schauspieler Stefán Karl Stefánsson, der den Bösewicht Robbie Rotten in der Kinderserie Lazy Town spielt, aus jener auch das Lied stammt, ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Innerhalb von 2 Monaten wurde für seine GoFundMe-Kampange 111.629$ der angestrebten 100k$ gesammelt. Das Geld ist dafür da um seinen einjährigen Ausfall, den er nach seiner OP im Krankenhaus verbringen muss, zu finanzieren. Als Dankeschön wurde am 11. Dezember ein Live-Event über Facebook organisiert, in dem er zusammen mit den Schauspielern, die Robbies Kumpanen in dem Lied gespielt haben, das Lied We Are Number One gesungen hat. Memes können also auch etwas gutes sein.

Was habe ich denn aus Deutschland so mitbekommen? PietSmit haben ein Buch veröffentlicht. Der Minecraft-Prankster (bzw. Griefer) Ascalter hat auch ein Werk auf den Buchmarkt losgelassen. Bei Gronkh ging es gewohnt mit Videospielen und Sympathie weiter. Auch Friendly Fire ging in die zweite Runde.
Die großen Größen der deutschen YouTubeszene haben wie gewohnt Schminke verkauft, Streiche gefälscht, waren der Nährboden für gefühlt tausende „Zerstörungsvideos“ in denen stets das gleiche gesagt wurde und Nachahmung war auch ganz groß vertreten. Der eine füllt seine Badewanne mit Nussnougatcreme und Chickenwings um sich da rein zu legen. Immerhin hat man das bei einem Ami gesehen, dann muss das gut sein. Und andere Kanäle klauen einfach den kompletten Content inklusive Thumbnail und Skript. Selbst 1:1 Kopien von Reactionvideos konnte ich 2016 miterleben. Yeah…

Rocketsbeans sind von Twitch nach YouTube gezogen. Und die Bohnen arbeiten mit den Öffentlich-rechtlichten (ÖR) zusammen um den Nachfolger von GameOne, welcher auf den Namen GameTwo hört, zu produzieren. Das gibt es auf dem Kanal der ÖR namens Funk. Funk hat noch andere YouTuber unter Vertrag genommen, von denen ich mich über ColdMirror am meisten freue. Ob ich zu viel Spaß mit ihrer neuen Serie StarStarSpace habe kann ich noch nicht genau sagen. Und dann wollte ich eigentlich ihren Harry Podcast nennen, der ist aber leider schon im Dezember 2015 erschienen und damit voll nicht mehr hier angebracht.

YouTube selber hat dieses Jahr auch für den einen oder anderen Skandal gesorgt. Während YouTube-Heroes die Leute auf die Barrikaden fuhr, kamen auch so hoch wichtige Features wie das Anpinnen, bzw. mit Herzchen Versehen von Kommentaren unter dem eigenen Video. Das Schlagwort „advertiser friendly“ dürfte dem einen oder anderen auch was sagen. Immerhin hat es das doch recht beliebte #YouTubePartyIsOver heraufbeschworen. Dass YouTube sich dazu äußerte und meinte, dass dies bisher schon immer so war, dass Monetarisierung nur für Videos, die „advertiser friendly“ sind, angewandt wird, hat da auch nicht geholfen. Es war ein Aufschrei und nach ein paar Wochen hat man das alles schon wieder vergessen. Da war es schon um einiges Krasser, dass der Deabo-Bug von YouTube einfach verleugnet wurde. Und das obwohl einige YouTuber dies sogar in Videos demonstriert haben. Tja, da kann man dann wohl nichts machen.

Bei Twitch ist dieses Jahr vor allem unter der Haube sehr viel passiert.

Bei Twitch ist dieses Jahr vor allem unter der Haube sehr viel passiert.

Twitch hat vor allem mit mehr Features dieses Jahr geglänzt. Da kam TwitchPrime, welches in AmazonPrime integriert ist und neben Ingame-Goodies auch noch die Tokens als alternatives Spendenmittel für Streamer anbietet. Zusätzlich kamen noch die Cheers ins Rennen, eine virtuelle Währung die man bei Twitch kauft und mit der man direkt über die Streamingplattform die Spende in den Chat reinhaut. Alles mit Animation und Gif. Na das ist ja voll der Wahnsinn, (oder so)! Es haben auch zwei neue Kategorien das Licht der Welt er blickt. Da hätten wir zum einen das Social Eating, dessen Popularität ich (wie so vieles) nicht verstehe, und dann noch IRL, in dem man entweder mit dem Smartphone von Unterwegs oder vor der Webcam abhängt und dann einfach direkt einen Plausch mit den Zuschauern hat. Die Creative-Ecke wurde auch zudem etwas aufgemöbel, so dass man sich besser zurecht findet. Für mich als Hobby-Coder (und hauptberuflicher Softwareentwickler) gibt es damit nun endlich wieder einen Zufluchtsort, nachdem Justin.TV durch Twitch kannibalisiert wurde.

Und wie schaut es mit den Spielen aus? Das Jahr 2016 war voll gespickt mit richtig guten Titeln. Sowohl aus der Indieecke als auch was AAA-Titel angeht, war wohl für jeden was dabei. Ich habe mich mal an einer persönlichen Liste versucht. Aufgeteilt in Indiegames und Publishergames und dann auch noch an Stelle der üblichen Top 10 eine Top 15 gemacht. Und selbst dann musste ich einiges unterschlagen. Ich bitte dabei zu berücksichtigen, dass das jetzt nicht irgendwie Rating-basiert ist oder Bezug auf die Verkaufszahlen nimmt. Die Spiele sind deshalb alphabetisch sortiert. Es sind einfach Spiele die ich mag.
Unter den Indiespielen haben es bei mir die folgenden in die Liste geschafft:

 

Und bei den „Großen“ entschied ich mich für folgende Titel:

Es gab dieses Jahr auch sehr viele „nicht so gute“ Spiele. Von denen haben sich drei ganz besonders hartnäckig in Erinnerung behalten:

  • Call of Duty: Advanced Warfare Remasteres/Infinite Warfare – Hier muss man sagen, dass es nicht die Spiele an für sich sind. Infinite Warfare war für mich zu Unrecht schon direkt zur Ankündigung abgestraft worden. Was meiner Meinung nach hier eine rießen Sauerei ist, ist dass man den Remaster von Advanced Warfare als Geißel hielt und nur zusammen mit Infinite Warfare verfügbar wurde. Damit hat Activision für mich den Begriff „Ransomware“ neu definiert. Und dass man nachträglich Microtransactions in einen Klassiker einbaut kommt auch nicht gerade gut.
  • Mighty No. 9 – Wenn man bedenkt, was auf Kickstarter zusammengekommen ist und was am Ende dabei herauskam, dann ist dies wohl die größte Enttäuschung des Jahres. Das Spiel ist von der Ästhetik nicht ansehnlich, spielerisch gerade mal mittelmäßig und was den Plot und ganz besonders dessen Inszenierung angeht hat man sich auch kein Bein ausgerissen. Mighty No. 9 war die Hoffnung für jene, die den Blue Bomber vermissen. Und am Ende kam das dabei raus.
  • No Man’s Sky – Oh, mein Gott! Ein Mahnmal was Marketing und Vorbestellungen angeht und 2016 wohl das ultimative Fiasko war. Ein Spiel, dessen Berichterstattung am Ende interessanter war als das Produkt selbst. Muss man da noch großartig Worte verlieren?

Und was ging persönlich so ab? Studium beendet, fester Arbeitsplatz, Gesundheitsprobleme. Joah, das war’s.
Wie war denn euer 2016? Was hätte unbedingt genannt werden müssen? Was war extrem wichtig abseits von der Präsidentschaftswahl und zahlreicher Stars aus Film und Musik? Lasst es uns wissen.

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