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Planet Coaster Test: Schönster Parksimulator

Planet Coaster Test: Schönster Parksimulator

Nachdem Atari mit Rollercoaster Tycoon World ordentlich daneben gegriffen hat, wird Planet Coaster für den inoffiziellen Nachfolger der beliebten Freizeitpark-Simulatoren gehalten. Ob das stimmt, wird unser Test zeigen aber wir können vorab schon einmal sagen, besser als Rollercoaster Tycoon World ist es allemal.

Es fühlt sich ein wenig wie Simcity und Cities Skylines an. Große und beliebte Reihen floppen einen Nachfolger und ein alternativer Titel macht alles richtig, was beim Original falsch gemacht worden ist. Dies lässt sich auch auf dieses Spiel übertragen, denn Planet Coaster bringt nach der Enttäuschung von Rollercoaster Tycoon World wieder Feuer in das Freizeitpark-Simulator Genre. Entwickelt und veröffentlicht von Frontier Developments legt Planet Coaster die Messlatte für anspruchsvolle Parkgestaltung wieder ein Stück höher. Doch lässt sich das auch vom gesamten Spiel sagen?

Layout, Interface und Steuerung

Es ist zwar ein eher unwichtiger Teil des Tests aber dennoch möchte ich diesen hervorheben, da er erstaunlich gut funktioniert hat und gut umgesetzt worden ist. Wir können uns zu Anfang einen eigenen Avatar erstellen, welches vermutlich uns selber als Parkleiter darstellen soll. Außer dem Grund, bei eigenen Kreationen, die in der Community geteilt werden können, sich selber zu präsentieren, entziehen sich mir weitere Nutzen eines eigenen Profils. Hübsch gemacht ist es allemal, auch wenn es so gut wie keine speziellen Einstellungen und nicht viele Auswahlmöglichkeiten für Haare, Hose und Oberteil für den eigenen Leiter gibt. Dazu können wir uns auf dem Globus einen Standpunkt überall setzen. Ist dies geschehen, werden andere Avatare angezeigt, die in der Nähe sind.

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Wir können zwischen Karriere, Sandbox und Herausforderung wählen. Mit dabei sind gespeicherte Park-Kreationen und Tutorial Videos für Einsteiger. Aber als alter Hase springe ich natürlich sofort in die Karriere und versuche mich am ersten Level. Hier kann man zwischen Sets und deren Szenarien wählen. Zusätzlich stellen drei unterschiedliche Härtegrade pro Szenario neue und komplexere Aufgaben zur Verfügung. Wenn man das einmal durchrechnet, komme ich bei aktuell vier Sets mit jeweils drei Szenarien und drei Härtegraden auf 36 Level, die es zu bewältigen gibt.

Die Steuerung innerhalb des Spiels ist hervorragend. Anfangs muss man sich ein wenig an die Kamerafahrten und deren Kurvenradius gewöhnen aber dann ist es möglich durch enge Tunnel durch zu fahren und kleinste Ecken zu besichtigen, ohne das die Kamera mit der Umgebung kollidiert. Ein wirklich gut umgesetztes Feature, welches ganz besonders im Parkbau erst wirklich zur Geltung kommt. Parkbesucher lassen sich von nahem beäugen und auf Augenhöhe der Menschen im Park kann die Kamera durch die Wege gleiten und im nächsten Augenblick in die Höhe steigen und prachtvolle Achterbahnkonstruktionen im Detail an- und umfliegen. Damit lassen sich eindrucksvolle Kamerafahrten aufnehmen.

Mehr dazu: Planet Coaster in wenigen Wochen auf Steam

Szenerie neu erfunden

Als eines der beeindruckendsten Merkmale von Planet Coaster empfinde ich die Möglichkeiten der Dekoration und die Szenerie. Noch nie lies sich in einer Parksimulation so detailreich ein Haus bauen und mit zusätzlichen Gegenständen versehen, wie hier. Eindrucksvolle Burgen mit Mauern, Fenstern, Animatronik und unzähligen Dekoelementen lassen sich mit den Parkwegen und sogar mit Fahrgeschäften verbinden. Selbst das Terraforming kann dazu benutzt werden, Strukturen an den Park anzupassen und komplexe Höhlensysteme mit in den Freizeitpark zu integrieren.

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Ihr wollt einen Märchenwald zaubern? Kein Problem. Hexen, Ritter, Zelte, mittelalterliche Geräte und Zierobjekte machen aus einer schnöden, leeren Wiese einen verwunschenen Wald, in dem Hexen und Drachen ihr Unwesen treiben. Oder wir ersetzen große Landschaften durch Gewässer und lassen Piraten nach Schätzen suchen und großartige Schiffe bauen. Alleine mit der Dekoration lassen sich Szenerien erstellen, die es vorher so noch nie in einer Parksimulation gegeben hat. Hier kitzelt der Entwickler sogar aus dem unkreativsten Spieleredakteur die Muse der Kunst hervor.

Bau der Fahrgeschäfte und Buden

Die künstlerische Freiheit macht auch beim Bau der Fahrgeschäfte kein Halt und besonders bei Achterbahnen lassen sich nicht nur vorgefertigte Stücke Reih an Reih aneinander platzieren sondern wir sind in der Lage frei zu entscheiden wo hoch oder tief unsere Bahn verläuft, wie eng die Kurven werden und wo genau unsere Schienen entlang laufen und hindurch fahren. Damit ist der Spieler nicht mehr an bauliche Grenzen gebunden, sondern kann selber immer noch einen eigenen Weg finden, das letzte Stückchen Action aus seinen Fahrgeschäften raus zu holen.

Neben Achterbahnen gibt es natürlich auch die vorgefertigten und starren Attraktionen, die jedoch ebenso individuell angepasst und verändert werden können wie auch Achterbahnen. Na gut, an eine Schiffschaukel kann man jetzt nicht so viel verändern, jedoch lassen sich Deko-Elemente direkt an das Fahrgeschäft anbauen und so kann aus einem Karussell an offenem Gelände schnell eine Höhle mit verstecktem Piratenwirbel werden. Die Möglichkeiten hier sind schier endlos und sehen jedes mal beeindruckend aus. Eigene Kreationen können hochgeladen und mit der Community geteilt werden. Auch Buden lassen sich bebauen und hinter liebevoll gebauten Szenerien verstecken und schmücken.

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Verwaltung und Management

Selbstverständlich zählt bei Planet Coaster nicht nur das Äußere sondern auch die inneren Werte machen einen der größten Faktoren aus, denn was nützen atemberaubend schöne Parks, wenn sich nichts einstellen, anzeigen und überwachen lässt? Personal muss angeheuert werden, um den Park am Laufen zu halten und nicht nur Verkäufer müssen die Stände verwalten und ihre Waren verkaufen, sondern auch Mechaniker und Reinigungskräfte behalten die Ordnung des Parks stets im Auge. Hierbei hat das Personal ebenfalls Launen, was die Effektivität ihrer Arbeit beeinflusst. Diese kann durch Fortbildung und Gehaltserhöhung erhöht werden. Auch spezielle Arbeitsbereiche lassen sich individuell für jeden Arbeiter bei euch im Park zuordnen und verteilen. Das Konzept hier ist wunderbar umgesetzt worden.

Die Übersicht über euren Park ist allerdings das einzige an Planet Coaster, was nicht wirklich vom Hocker reißt. Hier ist mit Sparflamme gekocht worden und die nötigsten Informationen sind kompakt und dennoch wenig übersichtlich in der Verwaltung untergebracht worden. Zwar lassen sich wie üblich Gedanken der Besucher anzeigen und Trends sowie oft gedachte Gedanken werden aufgezeigt, worauf man reagieren kann aber das war es auch schon. Besucher werden in Gruppen und Altersklassen unterschieden und ebenfalls in die Statistik mit eingepflegt. Als neues Feature kann man die Öffnungszeiten erwähnen, die nun verstellbar sind, jedoch liegt da absolut kein Unterscheid hinter. Besucher legen das selbe Verhalten an den Tag wie auch in der Nacht. Einzig der Umsatz lässt sich für den Tag künstlich hochschrauben. Für zeitlich beschränkte Ziele macht es als einziges Sinn, die Öffnungszeiten zu verlängern.

Auch interessant: Planet Coaster: Spiel oder Pixal-Film?

Verärgerte Parkbesucher? Fehlanzeige!

Kommen wir zum größten Problem, mit dem Planet Coaster aktuell zu kämpfen hat. Es ist viel zu leicht. Besucher lachen, sind glücklich und haben keine Probleme. Ja, ich weiß, so sollte es ja auch sein aber dieses Ziel ist praktisch ohne Aufwand zu erreichen. Die Preise für Fahrgeschäfte stören die Besucher nicht ein bisschen. Für Essen aus Buden darf man gemütlich mehr als 5€ verlangen und beliebte Attraktionen können für 20€ gefahren werden. Die Besucher zucken nicht einmal, sie fahren sogar mehrmals damit. Und hier wird es unrealistisch und auch schnell langweilig. Wir möchten Herausforderungen und dafür arbeiten, dass Besucher glücklich sind. Die Herausforderung bleibt aber aus, wenn die Parkbesucher uns freiwillig ihr ganzes Geld in unsere Taschen schmeißen.

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Fazit

Machen wir mal Nägel mit Köpfen. Ich selber bin ein großer Fan von Planet Coaster und ich spiele es wirklich sehr gerne. Jedoch fehlt Planet Coaster eine Seele und ein tieferer Inhalt. Die KI der Parkbesucher und des Personals schwächeln sehr und wirklich etwas zu tun haben wir nicht, es sei denn, wie entwerfen neue Szenerien und bauen ansehnliche Strukturen. Es lässt sich also abschließend sagen, dass Planet Coaster ein unglaublich schönes Kleid trägt und wundervoll aussieht. Wirft man jedoch einen Blick hinter die Fassade, lassen kleine Mängel nicht lange auf sich warten und man vermisst schnell das gewisse Extra und möchte voll in die Geschichte einsteigen, was Planet Coaster uns hier sehr schwer macht. Dennoch hat dieser Titel eine großartige Bewertung verdient und darf sich zurecht als eines der besten Freizeitpark Simulatoren in der heutigen Generation nennen.

Wertung Planet Coaster

Wertung Planet Coaster
8.6

Simulation

9/10

    Grafik

    9/10

      Sandbox

      9/10

        Management

        8/10

          Pros

          • Szenerie
          • Oberfläche
          • Kreativität
          • Kameraführung
          • Atmosphäre

          Cons

          • Management
          • Besucher KI
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          David Scheuss
          Chefredakteur & Projektleiter bei lets-plays.de
          Seit August 2014 als Redakteur dabei!
          Fauler Sack, leidenschaftlicher Zocker und Youtuber.

          Lieblingsspiele die mich seit meiner Kindheit geprägt haben:
          Gothic, Stronghold, Rollercoaster Tycoon, Alarmstufe Rot 2

          Ich mag kein Battlefield und CoD...


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