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Und noch ein persönlicher YouTube Rewind 2015!

Geschrieben von Sarah

Wenn man als Redakteur für Lets-Plays.de schreibt, ist man sowieso recht häufig in den unendlichen Weiten YouTubes unterwegs. Aber selten haben mich Videos so intensiv in einem Jahr begleitet, dass ich mich langsam frage, ob ich meinen TV-Receiver eigentlich noch benötige – wer schaut noch fern, wenn man sich doch auf so differenzierte Weise das Programm selbst zusammenstellen oder gar selbst produzieren kann? Ach ja, stimmt. Die Menschen mit SmartTV und YouTube App.
Was ist also in diesem Jahr für mich auf YouTube wichtig gewesen, wer flimmerte durch mein Abendprogramm und um was kam ich einfach nicht herum? In einem kleinen persönlichen Rewind für das Jahr 2015 stelle ich euch meine Highlights vor. Zumindest ein paar davon.

Los geht es damit, dass besonders deutsche Let’s Plays in diesem Jahr eine Art „heimatliche Institution“ für mich waren. Vom sonnigen Italien, über die bunte Ostküste der USA und den durchmischt in Erinnerung bleibenden kalifornischen Staat, war besonders Einer immer virtuell mit dabei: Gronkh. Es mag wie ein Klischee klingen, aber seine fast vier Millionen Abonnenten haben schließlich einen Grund (mal abgesehen davon, dass es durchaus Menschen geben soll, auf deren Playlist er nicht auftaucht – habe ich zumindest irgendwo mal gehört).

Wenn man für längere Zeit fernab der Heimat durch die Gegend reist und täglich von einer anderen Sprache als der eigenen umgeben ist, tut es doch ganz gut, sich einfach mal von der tiefen Kaminzimmer-Stimme berieseln zu lassen und sich bei einer runde Ark italienische Pasta reinzuschaufeln. Und wenn man in einem Hotelzimmer in einem der gefährlichsten Viertel San Franciscos sitzt, die Vorhänge zugezogen sind, damit die Drogendealer draußen in der Seitengasse nicht durchs Fenster schauen und man sich auf dem Sofa mit Knabberkram und Decke verschanzt hat, fühlt man sich bei einem kurzen amüsanten Ausflug mit Frau Croft und Herr Range fast wieder wie daheim.

Nicht zu vergessen sind aber auch andere interessante YouTuber, deren Videos besonders während meinem USA-Aufenthalt für interessante Informationen, herzhaftes Lachen und irritierende Erkenntnisse gesorgt haben. Ein Beispiel?
Dana von Wanted Adventure lebt in Deutschland und vergleicht auf herrlich lockere Art und Weise die Gepflogenheiten, sprachlichen Missverständnisse und landestypischen Eigenarten der USA und ihrer neuen Heimat – sehr sehenswert, besonders, wenn man in der letzten Woche seiner USA-Reise endlich erfährt, wie man diesen ausgesprochen niedrigen Hebel an öffentlichen amerikanischen Toiletten wirklich benutzt. Nicht mit der Hand. Danke, Dana.

Außerdem mit dabei, ob auf Reisen oder daheim: Die Space Frogs mit ihrem gleichnamigen Kanal und dem weiteren Channel Space Radio. Wer „10 Arten von…“-Videos (für mich persönlich die Besten überhaupt), herrlich reißerische Zeitschriften-„Reviews“ und interessante Vlog-Thematiken mag, ist hier nicht verkehrt.

Wo wir gerade schon bei Listen sind: Ich habe 2015 den Hass neu für mich entdeckt. Gehasst habe ich zwar schon immer, mit voller Inbrunst und kleinlicher Genauigkeit, aber die herrlich ehrlichen und ungeschönten neuen Checklisten für meinen Alltag, die Michael Buchinger mir beschert, geben mir ein ganz neues Ventil dafür. Ein paar Probevideos hat der Österreicher mit seiner sehr eigenen und unglaublich authentischen Art Videos zu erstellen für mich gebraucht, aber mittlerweile verfolge ich seinen Hass mit ausgesprochener Regelmäßigkeit. Darauf ein Glas Weißwein! (Auch, wenn ich Wein absolut nicht mag.).

Ebenfalls Ziel vieler Hasstiraden in diesem Jahr: Eigene Produktlinien von YouTubern. Man mag darüber denken, was man will; sich fragen, wie wichtig Geld denn nun ist oder ob es nicht doch einfach nur Selbstverwirklichung und Community-Dienst ist, aber lustig mit anzuschauen war es in diesem Jahr auf jeden Fall. So brachte Bibi von BibisBeautyPalace nicht nur ihren eigenen Dusch-Schaum auf den Markt; die Telekom preiste zudem ihr eigens „designtes“ Smartphone an: Das Bibi-Phone. Limitiert auf 5000 Stück, von denen 2/3 wahrscheinlich an amüsierte YouTuber für deren Reviews verkauft wurden, erhellten genau diese meinen Tag. Ich möchte an dieser Stelle den Interessierten Alexis Bexis Review (welches sich tatsächlich auch mit dem Smartphone an sich beschäftigt) ans Herz, beziehungsweise die Tastatur legen und frage mich noch immer, wofür zum Teufel dieser „Bibi Lach-Sound“ seien soll; außer, dass er mich in meinen Träumen verfolgt.

Worum kam man dieses Jahr noch nicht drumherum? Richtig, um Shia LaBeoufs sehr…ehm…motivierendes? „Just Do It!“,  das ja auch im offiziellen YouTube Rewind für 2015 herumtrollt, eh, -tollt. Dank Greenscreen-Background lässt sich das aber auch wunderbar in die verschiedensten Filmchen einbauen – ob nun tatsächliche Motivationsrede oder künstlerische Performance, man sollte es gesehen haben.

Ein weiteres Video, das bestimmt auch du gesehen hast (und wenn nicht, schäm dich!): Der erste Trailer zum neuen Star Wars Film „Das Erwachen der Macht“. Innerhalb von 24 Stunden das am häufigsten aufgerufene Video auf YouTube  (die Quelle dieser vielen Klicks liegt bestimmt bei mir) und einfach grandios. Ohne Worte. Und mehr möchte ich an dieser Stelle weder zum Trailer, noch zum Film sagen, sonst würden wir noch morgen hier sitzen.

Dank YouTube-Tutorials (gelobt seien sie, damit könnten wir sogar ein ganzes Haus alleine bauen! – also bestimmt…) konnte ich in diesem Jahr außerdem meine PS3 auseinander nehmen und wollte damit der Ursache für die unerträglich lauten Lüftergeräusche auf den Grund gehen (hat nicht geklappt) und stellte auch beim weihnachtlichen Serviertenfalten – eine Stunde bevor die Gäste anrückten – fest, dass ich all den arbeitssamen Erstellern der Videos unglaublich dankbar bin.
Nächstes Tutorial-Projekt auf der Watchlist: Wie baue ich mir einen eigenen BB-8?

Und auch, wenn YouTube ein Dorn im Fuß der Musikindustrie ist, habe ich dank einer Auswahl vollständig auf YouTube präsenter Musikalben namenhafter Metal/Gothic/blagedöns-Bands ein paar Alben in diesem Jahr erstanden – zum Probehören reichen dreißig wahllos ausgesuchte Sekunden in bekannten Stores eben nicht und auch, wenn ich mir einen Song komplett und kostenlos auf YouTube anhören kann, heißt das noch lange nicht, dass ich mir das Original nicht kaufen würde.

 

Fassen wir zusammen: YouTube hat mich mit seiner Vielfalt, dem Ideenreichtum der Vlogger, dem Humor und der Heimeligkeit der Let’s Player, seiner Erreichbarkeit (fast) rund um die Welt und den vielen vielen tollen Menschen hinter YouTube, besonders in diesem Jahr sehr beeindruckt.
Was man sich auch anschaut, man hat eigentlich fast immer das Gefühl, etwas Echtes, etwas Authentisches zu sehen; etwas von Leuten wie uns, für Leute wie uns. Und auch, wenn YouTuber und ihre Videos mit der Zeit immer professioneller werden, die eine oder andere Firma als Sponsor im Hintergrund auftritt und sich auch immer mehr Geld mit der Plattform verdienen lässt, hoffe ich persönlich, dass sich YouTube seine Authentizität und seine Ehrlichkeit bewahrt.

Also, auf ein vielfältiges und interessantes Jahr 2016!

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