Retro

The Legend of Zelda: Ocarina of Time – Die Zeit als Verbündeter

Geschrieben von Jan Eric Melchior

1998 war das Jahr, in dem Nintendo die The Legend of Zelda-Saga auf ein neues Level brachte. Mit Ocarina of Time lieferte die Videospieleschmiede aus Japan den ersten Titel auf der Nintendo 64 und den ersten Titel in 3D-Grafik.

Die Saga wird fortgeführt

The Legend of Zelda war als Videospielereihe im Jahr 1998 weder neu, noch unbekannt. Schon im Jahr 1986 veröffentlichte Nintendo aus Japan die Eigenproduktion The Legend of Zelda für das Nintendo Entertainment System. Als vierter Titel folgte im Jahr 1993 mit Link’s Awakening der erste Titel für den Handheld Gameboy.

Die Produktion von Ocarina of Time fand zeitgleich mit der Produktion von Super Mario 64 statt. Tatsächlich wurde für die Produktion dieselbe Engine verwendet, welche jedoch so modifiziert wurde, dass Produzent Shigeru Miyamoto von einer komplett anderen Engine bei der Fertigstellung sprach. Während des Prozesses wurden auch einige Ideen verworfen, die es nicht in die finale Version schafften. So gab es die Überlegung, das Spiel in einer First-Person-Perspektive ablaufen zu lassen. Ebenso überlegte man, ein Portal-System innerhalb Ganons Schloss zu nutzen, ähnlich dem Gemälde-System in Super Mario 64, aufgrund der begrenzten Speicherkapazität.

Am 11. Dezember 1998 wurde das Spiel schließlich in Europa veröffentlicht und wurde mit weltweit 7,6 Millionen Kopien zu einem der meistverkauften Titel der Zelda-Reihe.

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Der Held der Zeit

Unsere Handlung beginnt mit dem jungen Link. Er lebt als einziger Nicht-Kokiri in dem kleinen Kokiri-Dorf am Rand der verlorenen Wälder. Eines Morgens wird er überraschend zum Deku-Baum am Rande des Dorfes geschickt. Nachdem er ein Schwert und einen Schild gefunden hat, begibt er sich zu dem uralten Baum, welcher sehr schwach ist und nicht mehr viel Zeit hat. Der Deku-Baum offenbart dem jungen Helden, dass ihm eine große Aufgabe bevorsteht: Er muss den Gerudokönig Ganondorf aufhalten, bevor dieser Hyrule ins Chaos stürzen kann.

Als erste Prüfung sichert Link einen der drei Heiligen Steine, die er benötigt um seine Aufgabe zu bewältigen. Gleichzeitig besiegt er die Bestie, die für das Leid des alten Baumes verantwortlich ist. Trotz der Bemühungen Links, stirbt der Deku-Bau. Link macht sich, unterstüzt von der Fee Navi, auf den Weg nach Hyrule, wo ihm Prinzessin Zelda von ihrer Vision berichtet.  Ganondorf plant das Triforce, eine Quelle göttlicher Macht, zu vereinen und für sich zu nutzen.

Nun gilt es, die anderen Heiligen Steine zu finden. In den Bergen bei den Goronen und im Fluss der Zoras. Mit allen drei Steinen geht es wieder zurück nach Hyrule zur Zitadelle der Zeit. Mithilfe der Steine öffnet Link eine geheime Kammer, in der sich das Masterschwert befindet, welches Link zum Helden der Zeit machen soll. Da er noch zu jung ist, wird er bei Berührung des Schwertes in das Heilige Land in einen sieben Jahre langen Schlaf versetzt. Als 16-jähriger wieder zurück in der Zitadelle der Zeit ist Link in der Lage das Masterschwert zu führen. Ganon hat mittlerweile Hyrule ins Chaos gestürzt und einiges hat sich verändert.

Und jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer: die sieben Weisen müssen vereinigt werden. Außer Rauru, der im Schlaf über Link gewacht hat, müssen noch alle anderen Weisen gefunden werden. Und so begeben wir uns auf die Reise um Ganondorf zu besiegen.

Die Zeitreise

Wie in jedem Spiel der Zelda-Reihe üblich, besitzt auch Ocarina of Time ein großes Arsenal verschiedener Waffen, Werkzeuge und Hilfsmittel. Bevor wir genauer auf diese eingehen, müssen wir jedoch auf eine Grundmechanik des Spiels genauer zurückblicken.

Denn wir reisen zwar durch die Berührung des Masterschwerts sieben Jahre in die Zukunft, jedoch sind wir nicht gezwungen durchgehend in dieser Zukunft zu bleiben. Begeben wir uns wieder in die Zitadelle der Zeit und platzieren das Schwert in seinem angestammten Sockel, finden wir uns als junger Link in der Gegenwart wieder. Während wir geschlafen haben, hat sich die Welt verändert. Kinder sind zu jungen Erwachsenen geworden, die Bürger von Hyrule sind flüchtig und leben in Kakariko. Dinge, die wir als junger Link tun, können dabei Einfluss auf die Entwicklung in der Gegenwart haben.

Als Beispiel dafür zähle ich das Paradoxon des Guru-Guru. Dieser lebt in der Windmühle von Kakariko und besitzt eine Drehorgel. Wenn wir ihn als Junge aufssuchen, ist er auf der Suche nach einer musikalischen Inspration. Suchen wir ihn sieben Jahre später auf, ist er wütend, weil ihm ein rattengesichtiger Junge sieben Jahre zuvor ein Lied, die Hymne des Sturms, beigebracht hat, welches die Windmühle durcheinander gebracht haben soll. Dadurch lernen wir die Hymne des Sturms. Reisen wir wieder zurück und spielen ihm das Lied vor, freut er sich über das gerade gelernte Lied.

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Waffen und andere Items

Die Zeitreisemechanik hat auch Einfluss auf unser Arsenal an Items. Denn wir können nicht alle Gegenstände in unserem Inventar als Erwachsener oder Kind benutzen.

So lässt sich zum Beispiel der Bumerang und die Feenschleuder nur nutzen, während wir jung sind und entsprechend sind auch die Rätsel für den jungen Link auf diese Items ausgelegt. Sobald wir erwachsen sind, können wir sie nicht mehr nutzen. Dafür erhalten wir aber andere Gegenstände, die nur als Erwachsener nutzbar sind. Einerseits ist da natürlich der legendäre Enterhaken, der in der 3D-Umgebung völlig neue Einsatzmöglichkeiten erhält. Als weiteres Beispiel gibt es den Stahlhammer, den nur der ausgewachsene Link schwingen kann. Besonders interessant ist der Hylia-Schild. Dieser große Stahlschild lässt sich als Kind und Erwachsener nutzen, aber nur als Erwachsener kann ihn Link als richtigen Schild tragen, während der Knirps sich darunter nur als Schutz vor Gefahren von oben duckt.

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Eine besonders wichtige Rolle nimmt die Okarina ein. Zwar gab es auch in A Link to the Past schon eine Flöte, aber das musizieren bekommt im ersten Zelda-Titel für die N64 eine übergeordnete Rolle. Die Lieder haben an bestimmten Stellen eine magische Wirkung und sind für die Lösung bestimmter Rätsel notwendig. Sie öffnen im wahrsten Sinne des Wortes Türen.

Wie in anderen Zelda-Titeln gibt es natürlich auch Gegenstände, die wir sammeln können, wie die goldenen Skulltulas, die gegen Belohnungen verschiedener Art getauscht werden können. Es gibt auch die Herzteile wieder, die die Energie erhöhen, wenn man genug von ihnen gesammelt hat. Neben diesen Dingen gibt es aber noch einiges anderes zu entdecken.

Ein episches Abenteuer

Ocarina of Time ist bis heute einer der beliebtesten Titel der Reihe. Nach dem ursprünglichen Release wurde es in 2003 als Collector’s Edition für den Gamecube und in 2007 als Virtual-Console Version für die Wii veröffentlicht. Schießlich veröffentlichte Nintendo im Jahr 2011 ein Remaster für den 3DS – Ocarina of Time 3D. Egal welche Variante ihr wählt: Dieser Klassiker ist in jedem Fall einen Blick oder ein erneutes Spielen wert.

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