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Testbericht: Die Sims 4 – Elternfreuden

Geschrieben von David Scheuß

Am 30. Mai kam das neue Gameplay-Pack von Die Sims 4 heraus, welches sich dieses Mal um das Elternwerden, bzw. die Kindeserziehung dreht. Nicht sonderlich aufregend? Von wegen!

Das neue Gameplay-Pack Elternfreuden beinhaltet eine ganze Menge an Änderungen rund um die Familie und das Zusammenleben mit den eigenen Kindern. Nach dem starken Auftakt vom Vampir-Pack kann Elternfreuden zwar nicht gleichziehen aber wir sind überrascht, wie viel in diesem Pack steckt und wie nah es an den wirklich fantastischen Vorgänger rankommt. Wir haben einen unglaublich tiefen Inhalt kennen gelernt und sind fasziniert, wie viel Dynamik nun im Miteinander mit den Kindern steckt, was vorher definitiv auffiel und geändert werden musste.

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Von Klamotten bis zur Inneneinrichtung

Wo sonst immer das Repertoire für neue Outfits rar gesät wurde, bekommen Eltern, Kinder und Teenager nun eine ganze Menge neue Objekte zum überziehen, aufsetzen oder anstecken. Von kleinen Muttersöhnchen bis hin zu rebellischen Teenagern ist für jeden Typ etwas dabei. Auch dürfen die in der Pubertät auftretenden Pickel natürlich nicht fehlen. Kleines Manko an dieser Stelle: Die Pickel sind nur im Charaktermenü für eine Sim zuzuweisen. Innerhalb des Spiels etwa durch das Erreichen der nächsten Altersstufe, erscheinen keine Pickel, die sich ausdrücken lassen könnten. Sehr schade an dieser Stelle.

Was auch ein wenig verwirrt – mich zumindest – sind die Bärenkostüme, die sich die ganze Familie anziehen kann. So könnte man auch als Bären-Familie auftreten. Nur für mich sieht das etwas gruselig aus. In so einem Fall sind Mama und Papa wirklich peinlich.

Ebenfalls stehen für die Bälger allerhand Möbel und verschiedenste Accessoires zur Verfügung. Sogar im Baumodus übliche Objekte wie zum Beispiel Türen sind nun zu verspielten Akzenten für groß-klein und klein-klein geworden. Und nicht nur die Anziehsachen, auch die restlichen Deko-Objekte sind mit über 80 an der Zahl überdurchschnittlich viel, was uns richtig freut. Wem diese Vielfalt zu gewaltig ist, darf sich aus vorgefertigten Räumen für Kinder und Teenager und auch Küchen etwas aussuchen. Ebenfalls beeindruckend ist, dass viele der Objekte Interaktionen und Fertigkeiten mit sich bringen, auf die wir gleich näher eingehen werden.

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Eltern sein und gute Erziehung

Denn jetzt wird es spannend. Zum ersten Mal haben die Eltern wirkliche Kontrolle über ihre Sprösslinge und können konkret in das Verhalten und die Entwicklung des Kindes eingreifen, was so zuvor noch nie möglich gewesen ist. Bisher hatte man zwar auch ein Gefühl von Familie, wenn Kinder und Eltern zusammen im Haus miteinander wohnten und sich auch unterhielten und spielten aber rein aus der pädagogischen Sicht konnte nur der Spieler alleine das Kind führen und formen. Das dies in eine seltsam hölzerne Entwicklung resultierte, war jedem klar. Das Kind hatte Interessen und tat Dinge, die rein logisch aus Sicht der Eltern nicht zu erklären waren. Das hat das Gesamtbild über die Beziehung zu den eigenen Kindern und rein über das Familienleben ein wenig verfälscht. Doch mit diesem Pack sieht nun alles ganz anders aus.

Das vorherige Gameplay-Pack im Test: Vampire

Die Eltern haben nun direkt Einflussmöglichkeiten auf ihre Kinder und können mit ihren Aktionen und Entscheidungen den Charakter des Kindes lenken und stärken. Mithilfe der neuen Fertigkeit, die Eltern nun bekommen, nämlich der Erziehungs-Fähigkeit, lassen sich Kinder maßregeln oder beeinflussen. Hierbei ähnelt die Fertigkeit wie jeder anderen auch. Sie lässt sich bis Stufe 10 erlernen und kann mit praktischen Handlungen oder theoretischem Lernen verbessert werden. Dabei verleiht jedes Level neue Interaktionen und Möglichkeiten, das Kind auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Vom ruhigen Gespräch bis zum schreienden Tobsuchtsanfall kann das Kind erzogen werden. Ob ihr mit dem Arm um die Schulter ruhig auf euer zartes Geschöpf einredet oder es mit Backpfeifen quer durch den Raum segeln lässt, ist dabei ganz euch überlassen.

Natürlich hat diese Entscheidung auch eine Wirkung auf euer Kind. Dieses hat nämlich Charakterwerte, die bis zur Volljährigkeit noch ausgebaut werden können. Danach verwandeln sich diese nämlich in Merkmale die nicht mehr geändert werden können, bedenkt also gut, wie ihr euer Kind aufziehen wollt. Ständig schimpfen, dass Kind zu Hausarrest und Spüldienst verdonnern und andauernd maßregeln, wird sich auf die Laune beider Sims, sowie den Charakter des Kindes auswirken. Ein interessante Rolle spielt dabei das Objekt Pinnwand, mit der sich Zeiten einstellen lassen, wann das Kind wieder daheim sein sollte. Diese Pinnwand zeigt dann mit Warnfarben an, ab wann es für das Kind besser wäre, den Heimweg anzutreten.

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Schulprojekte

Ein weiterer und wichtiger Punkt sind Projekte, die eure Kinder in der Schule bekommen können. Neben den Hausaufgaben wird es auch Schulprojekte geben, die eure Kinder erledigen müssen. Hierbei ist der kleine Sim aber nicht auf sich alleine gestellt, sondern kann Hilfe von Eltern, Geschwistern und anderen Kindern in Anspruch nehmen, heißt also, es handelt sich hier um eine Gruppentätigkeit. Dieses Projekt ist dann nämlich ein Objekt im Inventar, welches in der Wohnung platziert werden kann. Es gibt sieben unterschiedliche Projekte, die bei guter Arbeit gelingen und bei unzureichender daneben gehen können.

Je schneller ein Projekt erfolgreich beendet wird, desto besser wirkt sich das auf die Fähigkeiten, Merkmale und Noten eures Kindes aus. Zudem stärkt das gemeinsame Arbeiten am Projekt die Beziehungen bei den Sims untereinander.

Fazit

Wir hätten nicht gedacht, dass aus dem Familienleben bei Die Sims 4 noch so viel rauszuholen ist. Hier zeigt EA mit seiner Art mal wieder, dass ein Gameplay-Pack, welches sich spektakulär unspektakulär anhört, ein großes Potenzial in sich birgt und mehr rauszuholen ist, als man zunächst denkt. Aber wann wird es denn Zeit für einen Multiplayer-Modus und die Haustiere? Wir sind mehr als gespannt, was da noch dieses Jahr auf uns zukommt.

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